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Ekzeme und Psoriasis mit Homöopathie behandeln

· Heike Hanisch
Ekzeme und Psoriasis mit Homöopathie behandeln

Die Haut spricht. Sie reagiert auf Stress, auf Ernährung, auf emotionale Belastungen – und manchmal sendet sie Signale, die weit über die Hautoberfläche hinausweisen. Wer mit Ekzemen oder Psoriasis lebt, kennt dieses Gefühl: Die Haut brennt, juckt, schuppt sich, und äußerliche Cremes lindern vielleicht vorübergehend die Symptome, aber das eigentliche Problem bleibt. Die Homöopathie geht hier einen anderen Weg – einen, der den ganzen Menschen in den Blick nimmt.

Was hinter chronischen Hauterkrankungen steckt

Neurodermitis und atopisches Ekzem gehören zu den häufigsten chronischen Hauterkrankungen überhaupt – in Deutschland sind fast vier Millionen Menschen betroffen. Die Erkrankung äußert sich in geröteten, stark juckenden Hautflächen, die besonders nachts zur Qual werden können. Ähnlich komplex ist das Bild bei der Psoriasis (Schuppenflechte): Rund 2,5 Millionen Menschen in Deutschland leben mit dieser Diagnose, die sich in schuppenden, entzündeten Plaques auf der Haut manifestiert – und die weit mehr als nur ein kosmetisches Problem darstellt.

Beide Erkrankungen teilen eine wichtige Gemeinsamkeit: Sie sind chronisch, können in Schüben verlaufen und hängen eng mit dem allgemeinen Gesundheitszustand, dem Immunsystem und oft auch mit der seelischen Verfassung zusammen. Kortison und immunsuppressive Mittel können Schübe eindämmen – aber sie behandeln nicht die Ursache.

Der homöopathische Blick auf die Haut

Die klassische Homöopathie versteht Hauterkrankungen nicht als isoliertes lokales Geschehen. Aus homöopathischer Sicht ist die Haut ein Spiegel des inneren Zustands. Wenn sich ein Krankheitsgeschehen auf der Hautoberfläche zeigt, deutet das darauf hin, dass der Organismus versucht, ein tieferes Ungleichgewicht nach außen zu verlagern. Eine rein äußerliche Behandlung – das bloße Unterdrücken der Symptome – greift deshalb zu kurz und kann das innere Geschehen sogar verstärken.

Das ist ein Gedanke, der sich mit der Erfahrung vieler Betroffener deckt: Wenn die Salbe weggelas­sen wird, kommt der Ausschlag zurück. Wenn Stress dazukommt, eskaliert der Schub.

Die Bedeutung der individuellen Fallaufnahme

In der homöopathischen Praxis beginnt alles mit einem ausführlichen Gespräch. Welche Hautstellen sind betroffen? Wann verschlimmert sich der Zustand – bei Wärme oder Kälte, bei Feuchtigkeit oder Trockenheit, nachts oder tagsüber? Wie reagiert der Mensch insgesamt auf Stress, wie schläft er, wie ist seine Stimmung?

Diese Fragen mögen auf den ersten Blick weit vom eigentlichen Hautproblem entfernt scheinen. Doch genau hier liegt die Stärke der Homöopathie: Das passende Mittel wird nicht nach der Diagnose ausgewählt, sondern nach dem individuellen Beschwerdebild des jeweiligen Menschen. Zwei Personen mit Psoriasis können vollkommen unterschiedliche Mittel benötigen.

Homöopathische Mittel bei Ekzem und Psoriasis

Es gibt eine Reihe homöopathischer Arzneimittel, die bei Hauterkrankungen häufig eine Rolle spielen. Einige der bekanntesten im Zusammenhang mit Ekzemen und Psoriasis:

  • Graphites – bei trockenen, rissigen Ekzemen, die honigähnliche Absonderungen bilden; oft bei Menschen mit Neigung zu Übergewicht und Kälteempfindlichkeit
  • Sulphur – bei heiß brennender, stark juckender Haut, die sich durch Wärme verschlimmert; häufig bei chronischen Fällen mit langer Vorgeschichte
  • Arsenicum album – bei trockener, schuppender Haut mit brennendem Schmerz, der paradoxerweise durch Wärme gelindert wird
  • Petroleum – bei sehr trockener, rissiger Haut, besonders im Winter
  • Sepia – wenn Hormonschwankungen und seelische Erschöpfung mit dem Hautbild korrelieren

Diese Liste ist ein kleiner Ausschnitt. Die Mittelwahl in der klassischen Homöopathie erfordert immer eine sorgfältige Einzelfallbetrachtung – eine Selbstbehandlung bei chronischen Hauterkrankungen ist daher nur begrenzt sinnvoll.

Ganzheitliche Begleitung: mehr als nur Globuli

Eine homöopathische Behandlung bei Hauterkrankungen steht selten allein. In der naturheilkundlichen Praxis werden oft ergänzende Maßnahmen einbezogen:

Ernährung und Darm spielen eine zentrale Rolle. Viele Menschen mit Ekzemen oder Psoriasis profitieren von einer Ernährungsumstellung – weg von stark verarbeiteten Lebensmitteln, Zucker und Alkohol, hin zu entzündungshemmenden Lebensmitteln reich an Omega-3-Fettsäuren, Gemüse und fermentierten Produkten. Die Darmgesundheit und das Immunsystem sind eng miteinander verknüpft.

Stressreduktion ist ein weiterer, oft unterschätzter Faktor. Schübe entstehen häufig nicht zufällig – Prüfungsphasen, Trauer, Konflikte hinterlassen ihre Spuren auch auf der Haut. Entspannungsübungen, Bewegung in der Natur und ausreichend Schlaf sind keine Nebensache.

Äußerliche Begleitung mit naturheilkundlichen Mitteln – etwa Calendula-Salben, Schwarzkümmelöl oder Bade­zusätze mit Meersalz und Heublumen – kann die homöopathische Behandlung sinnvoll ergänzen, ohne sie zu stören.

Was ist realistisch zu erwarten?

Ehrlichkeit ist wichtig: Chronische Hauterkrankungen, die sich über Jahre aufgebaut haben, verschwinden nicht über Nacht. Die Homöopathie arbeitet in ihrem eigenen Tempo. Manchmal gibt es eine erste Reaktion der Haut – eine sogenannte Erstverschlimmerung –, bevor es besser wird. Das kann verunsichern, ist aber häufig ein Zeichen, dass der Heilungsprozess in Gang kommt.

Der Fachverband Deutscher Heilpraktiker informiert auf seiner Website, was Patienten von einer Heilpraktiker-Behandlung erwarten können und welche Qualitätsstandards im Berufsstand gelten. Ein erfahrener Heilpraktiker wird immer transparent kommunizieren – auch darüber, wann eine zusätzliche dermatologische Abklärung sinnvoll oder notwendig ist.

Bei der Psoriasis ist außerdem bekannt, dass sie in schweren Fällen mit Gelenkbeteiligung einhergehen kann – der sogenannten Psoriasis-Arthritis, über die der Deutsche Psoriasis Bund umfassend informiert. In solchen Fällen ist eine enge Zusammenarbeit mit konventionellen Medizinern unerlässlich.

Der Weg nach innen

Was die Homöopathie leistet, ist keine Magie – aber es ist auch kein bloßes Symptommanagement. Sie versucht, den Menschen in seiner Gesamtheit zu verstehen und den Selbstheilungsprozess des Körpers zu unterstützen. Gerade bei chronischen Hauterkrankungen wie Ekzemen und Psoriasis, die so eng mit dem inneren Erleben verbunden sind, kann dieser Ansatz dort wirken, wo äußerliche Mittel allein nicht ausreichen.

Der erste Schritt ist ein offenes Gespräch – über die Haut, aber auch über alles, was dahintersteckt.